Mel´s Great Escapade 1 Jahr durch Australien und um die Welt

A chinese lion statue

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Nicht wundern, wenn das Design noch überhaupt nicht zum Thema Reisen oder Australien passt - bin gerade noch am Basteln, wie das fertige Design aussehen soll.

Back in Sydney

Melanie Sonntag, 25. Oktober 2009 - 07:35

Oje oje *schäm* ich komm überhaupt nicht mehr zum Schreiben. Meistens erlebe und unternehme ich sooo viel, dass ich abends hundemüde ins Bett falle. Und wenn ich dann mal ein paar ruhige Tage habe, kann ich mich auch nicht zum Schreiben aufraffen und Wäsche waschen usw. muss leider auch zwischendurch erledigt werden. Aber ich hoffe, ich komme die nächsten Tage dazu, einiges im Blog nachzuschreiben.

Kurzfassung der letzten Zeit:
von Darwin aus ging es auf 4-Tage-Tour zum Kakadu NP und Litchfield NP
Anfang September kamen Freunde aus Deutschland in Darwin an, mit denen bin ich dann zum 4. Mal ;-) zum Litchfield NP gefahren
am nächsten Tag ging es per Flugzeug nach Melbourne
nach 5 Tagen in Melbourne ging es per Greyhound-Nachtbus nach Sydney, dort blieb ich auch 4 Tage
in Sydney stieg ich in den Zug und es ging mit dem Indian Pacific quer durch Australien via Broken Hill, Adelaide, Cook und Kalgoorlie nach Perth
4 Tage in Perth bei Mistwetter, dann ging es mit dem Flieger weiter um nach 3 Monaten endlich meinen Schatz wieder zu sehen
1 Woche Singapur inklusive Formel 1 Rennen (Geil! War superschön!)
2 Wochen Bali/Kuta-Legian
Matthias muss leider wieder nach Hause fliegen und ich für mich geht es zurück nach Sydney

Jetzt bin ich seit Freitag vor einer Woche in Sydney, habe einige Bewerbungen abgegeben und per Email verschickt, aber irgendwie geht hier nichts vorwärts. Außer 1 Absage habe ich nichts gehört, man wird immer wieder auf ein späteres Datum vertröstet. Am Do. waren meine Zimmerkollegin und ich einen Tag arbeiten - mit Sandpapier riesige Metallkonstruktionen abschleifen. Naja, war zwar nicht schwer, dafür dreckig. Das ist mir eigentlich egal, aber uns hat es geärgert, dass es am Aushang $15,-/Std hieß und als es um´s Zahlen ging, waren es plötzlich nur noch $12,50, grrr. Mal sehen, ob sich doch noch jemand auf meine Bewerbungen meldet. Im Moment wimmelt es in Sydney nur so von Backpackern und das halbe Hostel sucht nach Arbeit (bzw. die jungen Mädels nach Aupair-Plätzen). Aber erst einmal ist mir das egal, denn morgen früh um 7:00 Uhr geht es mit dem Greyhound-Bus nach Newcastle, von dort aus per Bus weiter nach Cessnock. Dort werde ich mind. 2 Wochen (wenn´s mir gefällt, länger) in einem Hostel im Hunter Valley “Housekeeping” machen. Für 2-3 Std. Arbeit am Tag bekomme ich freie Unterkunft und 3x Essen/Tag. Ich freu mich schon darauf, wieder in die Natur zu kommen. Und nachdem das Hunter Valley etwas abgelegen ist und ich ja momentan kein Auto habe, werde ich hoffentlich endlich Zeit finden, den Blog zu aktualisieren und Bilder hochzuladen. ;-)

eine kleine Wanderung und der 1. Abschied

Melanie Samstag, 17. Oktober 2009 - 23:04

Morgen habe ich bei Sue abgespült, gekehrt und das Bad geputzt, dann war meine Arbeit auch schon erledigt. Gegen 10:45 Uhr sind Alan und ich losgedüst. Es stand eine kleine Wanderung bei „The Pommery“ auf dem Programm (ca. 1 Std Fahrt). Eigentlich heißt nur ein Wasserloch in der Nähe Pommery, aber die sie nennen die ganze umliegende Felsformation so. Zuerst ging es mit etwas Gekraxel über einen Berghang, der teilweise wie ein versteinerter Fluss aussah. An einem großen Felsüberhang legte Alan eine Pause ein und erklärte mir die verschiedenen Bäume, die rundherum wuchsen. Als ich mich umdrehte, sah ich dann den eigentlichen Grund der Pause. An der „Höhlenwand“ befinden sich ur-ur-uralte Spray Paintings, Hände und Baby-Füße. An einem Felshang mit mehreren höhlenartigen Auswaschungen ging es weiter bis zu einem Wasserloch. Dort gibt es eine Felsmalerei mit 2 Kreisen, die „Wasserloch“ bedeuten. In einer tiefen Auswaschung befand sich sogar noch Wasser. Das Becken davor ist aber schon wochenlang ausgetrocknet. Alan meinte, wenn es auch nur ein paar Millimeter regnet, läuft soviel Wasser in dem Becken zusammen, dass es zum Trinken reicht. Sein angebliches Dino-Ei war zwar nur ein weißer Steinbrocken im sonst roten Gestein, aber dafür war der Ausblick von „The Top of the World“ auf die Umgebung gigantisch. Vielen Dank an Alan, dass er mir die tolle Gegend gezeigt hat. Danach ging es über einen ruppigen Weg und teils einfach querfeldein zurück zur Hauptstraße. Alan wollte noch den Wasservorrat am North Bore, Sheep Camp und New Bore prüfen. Juhu, noch mehr 4WD-Training, denn die beiden letzten Brunnen bedeuten, mind. 1x durch ein sandiges Flussbett. Hat diesmal sogar ganz gut geklappt.
Um 14:30 Uhr waren wir zurück am Homestead. Huuunger! Nach den restlichen Nudeln zum Mittagessen habe ich angefangen zu packen und meine Prospekte-Sammlung zu sortieren und auszumisten. Um 16:15 hieß es dann von Sue, Alan und Craig Abschied zu nehmen. Eigentlich wollte Sue erst morgen früh zu einem Arzttermin nach Alice Springs losfahren. Aber da Alan kurzfristig für morgen um 8:30 Uhr einen Zahnarzttermin bekommen hatte, fuhren sie schon heute in die Stadt. War eine etwas blöde Situation - wenn ich das gestern gewusst hätte, wäre ich auch schon heute losgefahren. Sie meinten, ich könne gern noch länger bleiben und mit ihnen nächstes Wochenende Alans Geburtstag feiern, aber dann wird mir leider die Zeit zum Reisen für den Norden und die Westküste zu knapp. Sue hat mich ganz fest zum Abschied geknuddelt und gelobt, dass ich eine der besten war (*freu*) und als Dank, weil ich so fleißig war (auch wenn ich meiner Meinung nach nicht viel zu tun hatte), hat mir Alan noch 30 Liter Benzin geschenkt. :-D Zum Abendessen gab es Tacos bei Mary-Ann. Wir haben nach den Essen noch eine Weile gequatscht, dann war weiter Ausmisten und Packen angesagt. Irgendwie war ich so unruhig (ich merke, ich will wieder reisen), dass alles ewig gedauert hat, obwohl es eigentlich nicht arg viel zu packen gab. Gegen 22:30 Uhr sind mir dann die Augen zugefallen.

Litchfield NP

Melanie Montag, 24. August 2009 - 23:07

Wo ist meine Taschenlampe mit dem Spind- und dem Zimmerschlüssel dran?!? Die Lampe war mir gestern hinters Bett gefallen, aber da schon alle schliefen, wollte ich erst heute morgen danach suchen. Nur ist das blöde Ding spurlos verschwunden!?! Hab extra die Matratze runter, weg! Ich habe alles abgesucht, Laken ausgeschüttelt usw. – nichts. :-( Ich kann es mir nur so erklären, dass evtl. die Dame im Bett über mir sie aus Versehen eingesteckt hat, als sie heute morgen im Dunkeln ihre restlichen Sachen gepackt hat. Nur wie komme ich an meine Handtasche und den Tagesrucksack ran? An der Rezeption wollten sie mir den Hausmeister schicken, nur war der leider gerade außer Haus. Conny und ich haben dann erst mal unser Gepäck in ihr Auto gepackt, ausgecheckt und auf den Hausmeister gewartet. Der kam endlich gegen 10:20, das Vorhängeschloss war dann in 2 Sekunden geknackt. Puh! Beim Auschecken hatte ich ein Telefongespräch von zwei dt. Mädels mitbekommen, die wegen einem Job anriefen und bei dem wohl noch Leute gesucht werden. Hab die beiden angesprochen und die Telefonnummer bekommen. Und nun gehen Conny und ich am Mittwoch und Donnerstag für eine Ausstellung Kisten mit CDs und Büchern schleppen und auspacken. In der Stadt waren wir noch Getränke und Abendessen einkaufen, dann ging es los Richtung Litchfield NP. Eigentlich wollten wir zuerst in den Kakadu NP, aber nun gehen wir lieber die beiden Tage Geld verdienen, fahren jetzt in den Litchfield NP und nach dem Job in den Kakadu NP.
Da Conny ja das gleiche Auto wie ich (hatte) hat und wir nicht wie mit dem Mietwagen nur auf Teerstraßen bleiben mussten, sind wir über Berry Springs (Gravel Road) in den Litchfield National Park gefahren. Zuerst hielten wir an den Ruinen der Bamboo Creek Tin Mine, aber da waren uns die Fliegen zu lästig. Der nächste Stop war am Walker Creek, wo wir ca. 45 min am Bach entlang gewandert sind. Da es sooo heiß und schwül war, haben wir uns richtig auf den nächsten Halt gefreut. Juhu, baden an den Wangi Falls. Heute war es auch bei weitem nicht so voll wie am Wochenende.

Zum Abendessen gab es Nudeln mit Käse-Zucchini-Pilz-Soße. Danach haben wir Teewasser auf dem Lagerfeuer gekocht. Zum Tee gab es dann das Highlight – gegrillte Marshmellows, mmmmh lecker. Müde und satt haben wir dann „Gute Nacht“ gesagt und Conny ist in ihren Pajero und ich ins Zelt gekrabbelt.

Pete gibt auf

Melanie Mittwoch, 19. August 2009 - 23:09

Mein bis jetzt so braves Auto hat den Geist aufgegeben. Ich bin gestern und heute fast die gesamte Strecke von der Waite River Station bis nach Darwin gefahren. Eigentlich wollte ich die Nacht bei den Douglas Hot Springs verbringen, aber bis dahin bin ich leider nicht mehr gekommen. In der Nähe vom Emerald Road House roch es plötzlich nach verbranntem Gummi und ich guckte, ob wieder irgendwo ein kleiner Waldbrand am Straßenrand loderte. Hm, ich sah auch Rauch, aber leider am Auto. Sch…! Ich bin sofort links rangefahren und als ich abbremste, gab es ein dumpfes “Peng” und der Motor ging aus. Zuerst dachte ich, f***, jetzt hat es einen Reifen zerrissen. Wäre ja zu schön gewesen… Alle Reifen noch ganz, das bedeutet nichts gutes. Ein Blick in die Motorhaube - alles tropft voller Öl. Wat für ne Sch…! Ich hab dann gewunken und das erste Auto hielt auch gleich an. Ein Pärchen Mitte 30 versuchte mir zu helfen.
Schnellfassung: (schreib ich irgendwann mal genauer auf): das Mädel fährt mich zum Emerald Springs Roadhouse, dort rufen wir den Abschleppdienst, der erst gar nicht losfährt, wenn man nicht $360 cash zahlt. 1,5 Std auf den Abschleppwagen warten, schleppen bis Adelaide River, dort übernachte ich im Auto vor der Werkstatt des Abschleppunternehmens. Morgens sieht der Herr sich das Auto an - Motorschaden, Kosten ca $3000-5000 für einen neuen, ab $2000 für nen gebrauchten Motor. Nee danke, das wäre mehr als mich das Auto gekostet hat. Per Anhalter mit Rentnerpärchen nach Darwin. Am nächsten Tag habe ich mir dann einen Mietwagen genommen, bin zurück nach Adelaide River und habe meine Sachen aus Pete ausgeladen. Nun steht Pete einsam und verlassen vor dem Abschleppunternehmen und wartet darauf, in Ersatzteile auseinandergebaut zu werden. Schnüff! Am Rückweg bin ich erst mal zum Litchfield NP gefahren und habe dort übernachtet. Mal sehen, was ich nun mache.

Abschied von der Station

Melanie Dienstag, 18. August 2009 - 23:06

Ab heute steht wieder Reisen auf dem Programm. Ich hab es sogar doch noch geschafft, um 6:20 aufzustehen und den Sonnenaufgang anzusehen. Nach dem Frühstück habe ich mich in das Gästebuch eingetragen, mein „Haus“ geputzt und mich dann von Mary-Ann, Suzie, Gloria und Alberto verabschiedet. Um 9:45 Uhr war ich dann „on the road“. Eigentlich wollte ich zuerst hinunter nach Alice Springs fahren, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Aber da die Vorräte noch ein paar Tage reichen, habe ich mir dann doch die Zeit und die Kilometer gespart und bin gleich am Stuart Highway nach Norden abgebogen. Insgesamt habe ich heute ca. 650 km zurückgelegt. Eine Übernachtung in Tennant Creek habe ich gestrichen, nachdem das Kaff stinklangweilig ist. Nicht mal einen Lebensmittelladen habe ich gefunden. Zumindest konnte ich zum vernünftigen Preis volltanken (1,459 in Tennant Creek / 1,756 an den kleinen Tankstellen am Stuart Highway) und von einer Telefonzelle aus günstig mit meinen Lieben zuhause telefonieren. Keine Ahnung, wie Tennant Creek auf über 3.000 Einwohner kommt. Die haben wohl sämtliche Farmen, Rinder und Ziegen im Umkreis von 200 km dazugezählt, höhö. Ca. 25 km nach der Stadt führt eine 6km-Schotterstraße zu den Pebbles. Die sind deutlich kleiner als die Devils Marbles. Die sehen zwar bei weitem nicht so spektakulär aus wie ihre großen Brüder, aber der Ort hatte irgendwie eine wahnsinnige Atmosphäre. Nach einer Fotorunde um die Felsengruppe am Parkplatz ging es zurück auf den Stuart Highway und weiter Richtung Norden. Inzwischen ging die Sonne unter und der Himmel strahlte in tollem rot-pink-lila. Jetzt liege ich gemütlich im Auto an einer Rest Area auf halben Weg zwischen Three Ways und Renner Springs. Es war zwar supertoll, auf der Farm endlich wieder ein einem richtigen Bett zu schlafen, aber irgendwie habe ich die Nächte im Auto doch vermisst. ;-)

Sonntags auf der Farm

Melanie Sonntag, 16. August 2009 - 23:02

Nach der üblichen Morgenarbeit war ich bereits von der Arbeit entlassen. Schließlich sei heute Sonntag. Um 13:30 Uhr stiegen wir dann alle zu Sue ins Auto und fuhren zum Haus von Josie (Tochter von Sue & Alan), da Enkeltocher Larnii ihren 7. Geburtstag feierte. Josie wohnt mit ihren 3 Kindern und (Bald-)2. Ehemann Adrian 1 Stunde entfernt bei einer Radarstation nahe dem Plenty-Highway.
Zuerst wurde eine Runde Cricket gespielt. Dann gab es einen knallbunten Geburtstagskuchen mit rot-blauem Teig und blauer Zuckercreme und eine 2. Runde Cricket. Statt Cricket habe ich mich lieber mit Gus(tav) und seiner Frau unterhalten. Er ist in der Schweiz geboren und konnte sogar recht gut Deutsch, obwohl er als kleines Kind nach Australien kam. Jetzt reisen die beiden (sie 49, er 58) mit ihrem 3. Kind (9 Monate) durch Australien und ich sei herzlich eingeladen, wenn sie ab Dezember wieder in Melbourne wären. Ich könne auch gern mit auf Bootstour gehen. Sein Bruder hat vor, mit ca. 6 Personen am 10.12. in Melbourne loszusegeln, um dann Silvester auf dem Boot im Sydney Harbour zu verbringen. Mhhh, das wäre ja schon genial! Aber sooo lange auf einem kleinen Boot? Ich weiß nicht, ob das mein Fall ist (und ob die anderen Leute sympathisch sind, auf so engem Raum geht man sich schnell auf die Nerven). Sue zeigte mir dann den Schulcontainer der 3 Kinder von Josie, dann ging es vom Spielplatz hinüber zum Haus, wo der Grill angeworfen wurde. Zuerst brachte Josie Käse, Dips und Cräcker. Die Leute waren alle total nett und wollten alles über das „German Backpacker Girl“ wissen und fragten mich Löcher in den Bauch. ;-D Zum „BBQ“ gab es dann Chicken Wings, Würstl, Fleischspieße, Schweinebauch und Brot. Gegen 20 Uhr fuhren wir dann pappsatt nach Hause. Hihi, Alan war nach 5 Dosen Bier und 2 Gläsern Wein beschwipst und hat das Tore-Öffnen nicht mehr so ganz auf die Reihe gekriegt. *LOL*

Waite River Station

Melanie Sonntag, 9. August 2009 - 22:53

Ich glaube, ich habe einen Glückstreffer gelandet. Am frühen Nachmittag bin ich an der Waite River Station angekommen und bin total lieb aufgenommen worden. Auf der Rinderfarm wohnen Sue (ca. 60) und Alan (fast 69), sowie deren Sohn Craig (35) mit seiner Frau Mary-Ann (22) und deren Töchterchen Suzie (19 Monate). Suzie ist einfach süß und lacht die ganze Zeit. Die ganze Familie ist sehr herzlich und ich fühle mich richtig wohl hier. Nur bei Alan und Craig muss ich genau zuhören, um sie zu verstehen, da beide arg nuscheln. Ansonsten wohnen gerade noch Mary-Ann´s Eltern Gloria und Alberto (für 6 Monate von den Philippinen zu Besuch) und ein 2. Backpacker-Girl hier: Shadow (29) aus Taiwan, die auch sehr nett ist. Die Waite River Station ist über 600 km² gross (riesig!!!), hat ca. 600 Rinder, ein paar Ziegen (gerade mit Babys), Hühner, 1 Gans, 3 Hunde und ca. 160 Kamel und jede Menge Wildtiere wie Kragenechsen, Papageien,… Ursprünglich waren hatten Forscher 14 Kamele auf die Farm gebracht, um zu testen, wie sich die Kamele verhalten und entwickeln, wenn sie mit einer Rinderherde gemischt werden. Den Kamelen gefällt es wohl auf der Farm so gut, dass sie sich fleißig vermehrt haben. :-D Früher hatten sie noch Schafe, aber die haben sie aufgegeben, da zuviele Tiere den Dingos zum Opfer fielen. Zum „Homestead“ (= wo die Familie wohnt) gehört noch ein kleiner Shop und eine Zapfsäule (Diesel/unleaded opal). Strom kommt vom Generator, d.h., es gibt morgens erst irgendwann zwischen 9:30 und 11 Uhr Strom (wenn einer der Männer daran denk, den Generator anzuwerfen) bis abends um 22:00 Uhr. Also immer eine Taschenlampe einstecken! Heißes Wasser (= v.a. morgens warme Dusche) gibt es aber immer.
Da Shadow im Caravan wohnt, darf ich im „kleinen Haus“ wohnen. Früher hatten Craig und Mary-Ann dort gewohnt, bis Suzie kam und sie ins größere „Longhouse“ umzogen. Mein Häuserl ist eine typische „Cabin“, wie man sie oft auf den Campingplätzen findet: ein Wohncontainer mit Wohnzimmer inkl. Küchenzeile, Bett und Stockbett, ein kleines Zimmer mit Bett und Schrank (das hab ich dann als Schlafzimmer gewählt), Bad mit Dusche/WC, außerdem wurden noch ein Schlafzimmer (Doppelbett und TV) und ein großes „Vorzimmer“ mit Sesseln und TV angebaut. Zwar ist momentan der Antennenanschluss für die TVs kaputt, aber zumindest kann man mit dem Fernseher im großen Schlafzimmer DVDs ansehen. Egal, Fernsehen habe ich die letzten Wochen außer evtl. mal den Nachrichten eh kaum vermisst.
Damit ich nicht verhungere, hat Sue den Kühlschrank bereits mit Toastbrot, Milch, Obst, Gemüse, Marmelade, Käse und Corned Beef aufgefüllt und noch Nudeln, Fertigsuppen, Dosen-Tomaten-Spaghetti und Dosengemüse hingestellt. Falls ich sonst etwas brauche, solle ich es mir einfach aus dem Shop holen und es in ein Buch eintragen. Solange es sich im Rahmen hält (hauptsächlich sind damit Softdrinks, Schokolade, Eiscreme gemeint), wären die Lebensmittel natürlich gratis (einige v.a. sehr junge Engländer hatten es wohl laut ihren Erzählungen übertrieben). Als Gegenleistung für freies Essen und Unterkunft erwarten mich ca. 4 Stunden Arbeit am Tag wie putzen, abspülen, Regale im Shop einräumen, etwas Gartenarbeit,… Aber da heute Sonntag = Ruhetag sei, habe ich für heute nichts anderes zu tun, als in Ruhe auszupacken. Nur Abendessen müsse ich mir leider heute selber machen, da sie arge Rückenschmerzen und deshalb keine Lust zum Kochen hatte. Aber von gestern sind noch Nudeln mit Thunfisch-Mais-Soße übrig. Die haben Shadow und ich dann gemeinsam verputzt und noch den ganzen Abend gequatscht und versucht, mit Shadow´s Sternenkarte die einzelnen Sternbilder zu finden (okay, das Southern Cross mit den beiden „Pointern“ ist leicht).

ab auf die Farm

Melanie Sonntag, 9. August 2009 - 00:32

Die nächsten Tage werde ich wahrscheinlich nicht erreichbar sein. Heute geht´s zu einer Farm, wo ich die nächsten 1-2 Wochen (oder länger?) arbeiten werde. Mal sehen, wie es mir dort gefällt. Die Farm ist gute 200 km von Alice Springs entfernt Richtung Plenty Highway. Keine Ahnung, wie es dort mit Internet- und Handyverbindung aussieht.

Mereenie Loop Road zum Kings Canyon

Melanie Dienstag, 4. August 2009 - 23:50

Morgens bin ich mit dem Sonnenaufgang aufgestanden. Geduscht habe ich in Sekundenschnelle, denn das „Warm“-Wasser war eiskalt. Mit Rühreiern gestärkt ging es zurück zur Hauptstraße. Nach 4 km kam bereits die Abzweigung zur Glen Helen Lodge, wo ich mir ein Permit für die Befahrung der Mereenie Loop Road holte. Die Genehmigung für die Fahrt durch Aboriginal-Gebiet kostet $3,- und man bekommt dazu ein kleines Heftchen. Als nächstes gab es einen Morgenspaziergang zur Glen Helen Gorge. Der Finke River, der die Schlucht geschaffen hat, gilt als ältester Wasserlauf der Welt. Es war zwar noch ein Wanderweg zu den Felsformationen „Organ Pipes“, aber dazu hätte man sich einen Weg über die Felsen am Wasser entlang bahnen müssen. Leider hatte ich nur meine Sneakers an statt der Wanderstiefel. Ich bin dann lieber umgedreht als ein unfreiwilliges Bad zu nehmen. Hm, hier wäre im Gegensatz zu sonst sogar mal weniger Wasser schön gewesen, haha.
Nach der Glen Helen Gorge zeigten zahlreiche Schilder an: Achtung, ab hier nur noch 4WD! Warning- Gravel Road ahead; Beware – loose surface, dust, corrugations. Vorerst war die Straße aber weiterhin geteert. Der nächste Abstecher führte über eine raue Schotterstraße zur Redbank Gorge. Der Lookout am Parkplatz war nicht berauschend. Dafür aber die Wanderung zur Gorge selbst. Zuerst ging es über einen schmalen Pfad, dann über Steinbrocken und Sand durch das trockene Flussbett. Am Ende kam man dann zu einem See mit leuchtend roten Felswänden, dahinter wurde die Schlucht ganz schmal. Ich hätte jetzt so gern ein aufblasbares Boot gehabt. Es hieß zwar auf dem Wegweiser am Parkplatz, man könne durch die Schlucht schwimmen, aber wer ist denn bitte so irre und geht länger als 5 Sekunden in dieses eisigkalte Wasser? (Geschätzte Temperatur: frisch aufgetauter Eiswürfel!)
Die Hauptstraße ging noch einige Kilometer geteert weiter. Doch kurz nach einem Lookout war dann ohne Vorwarnung Schluss damit. Ab hier hieß es Allrad einlegen und Spaß haben.

Die Strecke war größtenteils ganz okay zu fahren. Mal sandig, mal fester Gravel, aber zwischendurch auch übelste „Corrugations“ (=Wellblechpiste) oder Gravel mit Schlaglöchern. Da hat es das Auto ganz schön durchgeschüttelt. Die einzig richtig üble Stelle kam kurz nach der Abzweigung nach A??? (Name vergessen), ein tiefer „Dip“ auf sandiger Piste. Ab der Kreuzung zum Mereenie Oil & Gas Field musste man sich die Piste dann mit Road Trains teilen. Mir ist zum Glück kein Truck begegnet, aber glaubt mir, hier wäre ich sofort freiwillig ganz an die Seite herangefahren und hätte den vorbeiziehen lassen.

West MacDonnell Ranges

Melanie Montag, 3. August 2009 - 23:40

Zuerst hatte ich mir überlegt, noch eine weitere Nacht in Alice Springs zu bleiben und mir einige Sehenswürdigkeiten wie den Desert Park anzusehen. Aber nach Mount Isa freue ich mich nun richtig auf die Natur und „Rote Steine“. Da habe ich lieber nach der Red Centre-Runde dann wieder 1-2 Tage in der Stadt. Außerdem ist heute eh Feiertag und vieles geschlossen bzw. wenn offen, mit Besuchern aus der Gegend überschwemmt, die das lange Wochenende nutzen. Morgens habe ich mir zuerst die Haare gewaschen. Das war leider keine so gute Idee. Das Wasser hier stinkt nach Schwefel und meine Haare nun leider auch, echt widerlich! Anscheinend haben sie über Nacht auf den Pool aufgefüllt, denn der ganze Campingplatz stinkt morgens nach Schwefel und das war gestern Abend noch nicht. Bei Coles habe ich dann Großeinkauf an Lebensmitteln (Hauptsache Dosenessen) und Getränken gemacht und habe mir bei K-Mart einen Cooler gekauft. Das hat mich nämlich tierisch genervt, dass ich mein Essen nicht kühlen konnte, Die Kühltasche war zwar besser wie nichts, aber wenn es im Auto richtig warm war, auch auf der Tascheninhalt bacherlwarm. Nun habe ich endlich eine Art Tonne, die man auch an den Zigarettenanzünder anstecken kann. Ist zwar nur ein „Cooler“ und kein „Fridge“, aber das sollte reichen. Bis jetzt war der günstigste „Cooler“ bei $260,-, den ich gesehen hatte und nachdem der hier auf $70,- reduziert war, habe ich zugeschlafen. Achja, für einen richtigen „Fridge“ kann man lockerleicht $1.000,- hinblättern. Ich musste dann noch etwas Zeit vertrödeln, bis um 10 Uhr die Videothek öffnet, aber die hat zum Glück schon um 15 min vorher aufgemacht. Die DVDs abgegeben, Kaution zurückbekommen, noch das Auto vollgetankt und dann ging es raus aus der Stadt.

Über den Larapinta Drive erreicht man gleich nach der Stadtgrenze den West MacDonnell Ranges National Park. Ehrlich gesagt hätte ich mir die Bergkette höher vorgestellt, aber die Gegend gefällt mir trotzdem sehr gut. Endlich rote Steine, haha. (Meine USA-Freunde verstehen, was ich meine, hihi.) Den ersten Halt habe ich an der Simpsons Gap eingelegt. Bei der Schlucht fand gerade ein Rangertalk statt, dem ich mich angeschlossen habe. Eine junge Rangerin erklärte einige Tiere und Pflanzen und deren Eigenschaften. Wie auf Kommando sahen wir sogar ein Rockwallaby auf den Felsen herumhüpfen und in den Bäumen schwirrte und piepste es nur so von kleinen Zebrafinken.

Genau richtig zur Mittagszeit (am besten zum Fotografieren) kam ich bei Standley Chasm an. Diese „Felsspalte“ liegt auf Privatgebiet und das lassen die sich ordentlich mit $8 Eintritt p.P. bezahlen. Der Weg zur ersten Felsspalte war auch für gebrechlichere Leute zu meistern. Die Felsspalte ist recht schmal und die Sonne schien schön von oben in den Durchgang hinein. Allerdings hatte ich in den USA schon höhere und schmälere Felsspalten gesehen. Wesentlich schöner und schmäler war die 2. „Chasm“. Ich hatte zwar am Eingang von einer 2. Felsspalte gelesen, aber Wegweiser gab es keinen. Ich habe einfach mal die Felsbrocken am Ende der Standley Chasm erkundigt und siehe da, nach ein bisschen Kletterei über größere Steine stieß man auf eine kleine Metallleiter. Also musste es wohl doch noch irgendwohin weitergehen. Nach ein paar Metern teilte sich der „Weg“ auf. Entweder konnte man geradeaus auf einer Art Geröllbett ein Stück weit nach oben klettern oder nach links abzweigen. Links war etwas klettern angesagt. Über große Steinbrocken ging es weiter, bis irgendwann ein Baumstamm als „Leiter“ kam. Ach du Sch…! Ich mit meiner Höhenangst… Aber die Neugier war stärker. Also Mut gesammelt, mit den Händen links an der Felswand abgestützt und langsam Fuß für Fuß nach vorne. Puh, geschafft und die Mühe hat sich gelohnt. Oben wartete eine schmale, hohe Felsspalte, juhu. Nur leider war der Weg kein Loop wie gehofft. D.h., ich musste die ganze Felskletterei inkl. Baumstamm zurück. Oh nee! Hab das aber ganz elegant gelöst, hehe. Hab mich rückwärts auf dem Baumstamm gesetzt und langsam herunterrutschen lassen. Hm, nachdem noch ein Mann nach mir über das „Ende“ der 1. Felsspalte geklettert war, kamen auf einmal auch die anderen Leute nach. Aber die drehten an der Abzweigung um und kletterten nicht mehr weiter nach links weiter bzw. den Hang gerade aus nach oben.

Gegen 13:30 Uhr kam ich am Ellery Creek Big Hole an. Das ist eine permanente Wasserstelle vor einer Schlucht, die der meistens ausgetrocknete Ellery Creek im Laufe der Jahrtausende in die Bergkette gefressen hat. Eine Gruppe junger Engländer kam auch gerade am „Big Hole“ an. Ein paar Jungs hüpften mutig ins Wasser. Also dem Gequieke nach muss der See a…kalt sein. Nur Pete hat die Steinpiste zum Big Hole nicht gefallen, seitdem streikt der vordere rechte Blinker. Der Arme wurde auch mächtig durchgeschüttelt.

Die Serpentine Gorge habe ich ausgelassen. Nach ein paar Metern wurde die Schotterpiste dorthin zur Schlagloch-Stein-Piste, da hatte ich keine Lust dazu. Im Reiseführer hieß es eh, dass man durch eine Wasserstelle durschwimmen muss, um zur Schlucht zu kommen. Nee, muss nicht sein. Lieber bin ich weiter zu den Ochre Pits gefahren. Ein kurzer Pfad führt zu einer Felswand in den buntesten Farben. Hier haben die Aboriginals der Umgebung seit Jahrtausenden Farben für die Körperbemalungen geholt. Die Ochre Pits sind zwar nur ca. 100m lang, aber sehenswert.

Nächster und letzter Haltepunkt für heute war die Ormiston Gorge. Als erstes habe ich einen Stellplatz auf dem Campground gesucht (6,60 p.P./N) und die Self Registration erledigt. Um 15:30 war ein Rangertalk angeschrieben, bis dahin war noch ne gute halbe Stunde Zeit, um zur Gorge und zurück zu spazieren. Vor dem See im Flussbett hüpfte gerade ein Rockwallaby auf den Felsen herum. Eher gesagt saß es neugierig da und lies sich nicht beim Fressen stören. Sonst sind die Tierchen recht scheu, aber dieses war wohl schon an die Touris gewöhnt. Oder wir denken uns: „Ui, ein süßes Wallaby. Ist das niedlich.“ Und das denkt sich: „Ui, was ist sind denn das für lustige Wesen mit klobigen Dingern an den Pfoten, nem bunten Sack auf dem Rücken statt nem Beutel am Bauch und etwas blitzendem in der Hand, die immer ganz doof zu mir herüber gucken.“
Für mich ist die Ormiston Gorge einer der schönsten entlang des Larapinta Drives. An einer hohen, roten Felswand ist ein kleiner permanenter See übriggeblieben, sonst ist das breite Flussbett größtenteils ausgetrocknet. Zwischendurch strecken ein paar Ghost Gums ihre weißen Äste von sich und der blaue, wolkenlose Himmel tut sein übriges. Ach, ich könnte hier noch zig Fotos machen.
Um 15:30 Uhr sollte der Ranger Talk im Amphitheater stattfinden. Nur wo ist das?! In den Plänen auf den Schautafeln ist das nämlich nirgends eingezeichnet. Eine Familie hat auch hilflos herumgeguckt. Hinter dem Info-/WC-Gebäude sind wir dann fündig geworden. Zuerst gab der Ranger verschiedene Gesteinsproben herum. U.a. einen Stein mit Muscheln darin und einen Block mit Stromatolithen. Stromatolithen sind die ältesten Lebewesen der Welt. Aus ihnen sind sozusagen irgendwann auch wir entstanden. Deren Wachstum laut Ranger: 1 cm pro 100 Jahre. *Wow* Danach stand „Tiere erkennen“ auf dem Programm. Für die Kinder war´s natürlich aufregend, einen Dingo- oder Wallaby-Schädel und verschiedene Kackbollen ansehen und v.a. anfassen zu dürfen. Jeder bekam ein Blatt mit einem Tier darauf und musste es dann der richtigen Spur zuordnen. Mein Perentie (Waran) war ganz leicht. Dabei haben wir auch gleich gelernt, dass der Perentie der zweitgrößte Waran der Welt (nach dem Komodo-Waran) ist.

Um 16:20 war der Rangertalk zu Ende. Prima, dann reicht die Zeit bis zum Sonnenuntergang noch locker, um den Ghost Gum Walk zu laufen. Der Weg bis zur Aussichtsplattform ist mit 30 min (einfach) angegeben. Der gesamte Loop weiter zur Gorge und durch das Flussbett zurück sollte ca. 1:30 Std. dauern, Schwierigkeitsstufe „medium difficult“, da sandig-felsiger Weg im Flussbett). Hehe, bis zum Lookout waren es dann ganze 15 min, für den kompletten Rundweg inkl. zahlreicher Fotostops waren es 45 min. Naja, wenn der Fluss mal richtig Wasser führt, kann das gleich ganz anders (schwieriger & länger) aussehen. Zurück am Campingbereich hatte ich tierischen Hunger. Es gab Steak und Kartoffelbrei. Jetzt liege ich im Auto, schreibe Tagebuch, futtere getrocknete Ananas und werde langsam in den Fleece-Schlafsack kriechen. Die Bettdecke ist zwar schön warm, aber nachts fällt die Temperatur fast auf den Gefrierpunkt. Letzte Nacht in Alice Springs bin ich irgendwann aufgewacht, weil es a…kalt war. Und hier „draußen auf dem Land“ wird es bestimmt noch kälter, brrr. (Nachtrag: es waren dann nachts 2°C)

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