Mel´s Spezial-Tipps: Augsburg

Ein paar nicht ganz ernst gemeinte Worte über “Augschburg”:
Falls Sie einen Augsburger nach dem Weg fragen sollten, wundern Sie sich nicht, falls Sie keine Antwort bekommen sollten. Das ist völlig normal. Falls Sie doch eine Antwort bekommen sollten, so ist diese für Auswärtige meist unverständlich und kann meistens mit “I bin ned von do” “Woiss doch i ned” “Schleich di” oder “Saupreiss damischa” gedeutet werden
Machen Sie sich einen schönen Tag in Augsburg:

Wenn Sie etwas erleben möchten, dann besuchen Sie zur Plärrerzeit ein Spiel der Augsburger Panther. Ziehen Sie sich ein Trikot einer auswärtigen Mannschaft an, legen sich einen Fanschal dieser Mannschaft um und dekorieren Sie Ihr Auto mit vielen Aufklebern (am besten eignet sich dazu Kaufbeuren oder Eisbären Berlin). Da Sie evtl. schon ein warmes DEL-Stadion wie in Frankfurt gewöhnt sind, lassen Sie Jacke und Pullover am besten im Auto. Falls Sie drei Stunden später nach erfolgreicher Parkplatzsuche noch die Möglichkeit haben, etwas von dem Spiel miterleben zu können, stellen Sie sich keinenfalls in den Gäste-Fanblock. Der ist bereits mit unzufriedenen Panther-Fans belagert, die aus Protest ihr Trikot mit den Innenseite nach aussen tragen und die Panther auspfeifen. Am besten suchen Sie den Stehplatzblock hinter dem Tor auf. Stellen Sie sich auf eine der oberen Stufen. Suchen Sie sich einen Tag aus, an dem es windig ist und es dazu noch regnet oder schneit. Schliesslich möchten Sie schon alle Schmankerln des Curt-Frenzel-Stadions auskosten. Falls Ihnen die Ohren langsam erfrieren sollten, wandern Sie ein paar Stufen nach unten. Dazu nehmen Sie am besten Ihren Schal, halten Ihn mit ausgestreckten Armen nach oben, damit auch jeder sieht, dass Sie Platz benötigen und laufen Sie einfach nach unten. Da in diesem Block meist 13- bis 14-Jährigen stehen und diese schliesslich noch Respekt vor älteren Personen haben, werden diese bestimmt zur Seite gehen. Falls Sie damit keinen Erfolg erzielen, nehmen Sie einen vollen Bierbecher zu Hilfe, schütten diesen über die Personen vor Ihnen nach unten aus und werfen dann den leeren Becher aufs Eis. Jubeln Sie anschliessend, falls Sie einen Spieler oder Schiedsrichter getroffen haben. Wenn Sie dann langsam aus der Bewusstlosigkeit in einem Schneehaufen oder einer Pfütze vor dem Stadion zu sich kommen und einige Ihrer Zähne neben sich aufgesammelt haben, warten Sie vor dem Dauerkartenausgang, bis das Spiel zu Ende ist und fragen jeden, der aus dem Stadion herauskommt, wie das Spiel des FCA´s denn ausgegangen sei und ob Klaus Merk noch gut gehalten hätte. Wenn Sie dann erneut zu sich kommen sollten, suchen Sie ihre Umgebung nach ein paar weiteren Ihrer Zähne ab und machen sich langsam auf dem Weg zum Plärrer. Testen Sie zuerst Ihre Kraft beim Hau-den-Lukas und schätzen Sie das Gewicht des Hammers mit Ihrem grossen Zeh ab. Bei vollem Schwung lässt es sich am besten testen. Humpeln Sie anschliessend in das Schaller-Bierzelt und suchen sich einen Tisch mit möglichst vielen AEV-Fans aus. Versuchen Sie, diese zu überzeugen, dass Sie ebenfalls ein Eishockey-Fan sind, in dem Sie aus jedem Masskrug, der auf dem Tisch steht, einen ordentlichen Schluck Bier zu sich nehmen. Da das Bier sehr treibt, erleichtern Sie sich anschliessend. Da Ihnen aber noch die Knochen weh tun, brauchen Sie sich nicht extra vor das Bierzelt zu stellen. Stellen Sie sich einfach hin und pinkeln auf die Bierbank vor Ihnen. Berechnen Sie den Bogen, mit dem Sie aus dem Zelt fliegen möglichst so, dass Sie direkt in Aische´s Armen vor dem Autoscooter landen. Bedanken Sie sich bei ihr mit einem dicken Kuss für die weiche Landung und verneigen Sie sich zum Dank vor der gesamten männlichen Clique des Mädels.
Wenn Sie aus dem Krankenhaus entlassen werden und feststellen, wie schön dieser Tag doch gewesen war, bietet Ihnen der Plärrer den richtigen Job für Sie an: nehmen Sie sich zwei Löffel und einen Klappstuhl, stellen Sie diesen vor dem Bierzelt auf. Klappern Sie mit den Löffeln während Sie ein Lied singen, Taktgefühl ist dabei nicht wichtig und ohne Zähne lässt es sich ohnehin viel besser singen. Vergessen Sie aber nicht, regelmäßig zum Autoscooter hinüber zu winken oder ihre Eishockey-Freunde vom letzten Spiel zu grüßen....